Jahresschluss
Hebräer 13.8,9
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Liebe Gemeinde,
wir sind in den letzten Stunden (in den letzten Minuten) des alten Jahres angekommen. Und unser Blick geht zurück. Was haben wir in den letzten 365 Tagen im privaten Umfeld erlebt? Was ist uns davon in Erinnerung geblieben? Was gab es da an schönen Momenten? Was war schmerzlich und traurig? Alles, das Schöne und Gute und das Schmerzliche und Traurige – alles tragen wir in uns. Es bewegt uns und gehört zu unserem Leben dazu. Und dann kommen noch die Ereignisse des Jahres in unserer Gemeinde, in unserem Land, ja und weltweit. Vieles ist da in Bewegung und in Veränderung. Und, ich muss zugeben, es macht mir auch Angst und Sorge, wie es weitergehen wird.
Wie gut ist da der Predigttext von heute, der uns sagt, dass es eine Konstante im Leben gibt: Jesus. Wir lesen im Hebräerbrief: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.
Es gibt etwas, was bleibt in dieser „Zeitenwende“ – diesen Begriff hat Bundeskanzler Olaf Scholz 2022 zum ersten Mal verwendet und Veränderungen angekündigt. Ja, und nun stecken wir mittendrin.
Doch lasst uns auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken.
Wir haben das 50-jähriges Jubiläum von Königsfeld als pol. Gesamtgemeinde gefeiert. Dazu gab es viele Aktionen. Der Start war im Januar in unserem Kirchensaal. Im Juni fand dann ein ökumenischer Kurparkgottesdienst in diesem Festrahmen statt.
Ein großer Höhepunkt im Juni war der 40. Brüderische Bläsertag hier in Königsfeld, den wir 2 Jahre vorher schon geplant und vorbereitet hatten. Ca. 200 Bläserinnen und Bläser aus Dänemark, Niederlanden, der Schweiz, aus Südafrika, den USA und aus unserem Land kamen zusammen und alle musizierten gemeinsam. Viele Königsfelder stellten ihre freien Betten für die Übernachtungen zur Verfügung und die Zinzendorfschulen verpflegten alle wunderbar. Dieses Treffen wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Es war ein Fest des Glaubens und der Musik.
Und Anfang Oktober hatten wir die Herbstwerkstatt der Jugend mit ca. 50 jungen Menschen hier zu Besuch. Sie tagten hier, tauschten sich aus, planten Freizeiten für das kommende Jahr und der Jugendgottesdienst am 5. Oktober bildete den krönenden Abschluss.
Das waren nur drei Ereignisse, die ich herausgenommen habe. Es gab noch so viel mehr und sicher fällt jedem sofort noch etwas ein.
Es ist gut, zur Ruhe zu kommen und Rückschau zu halten. Und doch sollen wir dabei nicht stehen bleiben, denn unser Blick richtet sich auch auf heute. Wir haben uns hier versammelt, weil wir wissen, dass alles, was wir erlebt haben und erleben eingebettet ist in Gottes Gegenwart. Er ist der Anfang und das Ende und er ist es, der uns ins Leben gerufen hat. Wir sind seine Geschöpfe und reihen uns ein in eine große christliche Gemeinschaft. Das gibt uns Kraft und Halt, denn wir spüren hier besonders, dass schon viele Generationen vor uns ihren Glauben gelebt und die Gemeinschaft mit Jesus gesucht haben.
Ein Christentum ohne Gemeinschaft, so sagte es auch Graf Zinzendorf, gibt es nicht. Wir brauchen den Austausch über unsere Glaubenserfahrungen und wir brauchen auch immer wieder die Wegzehrung in Form von Gottes Wort an uns und die Tischgemeinschaft mit ihm auf unserem Weg.
Denn allein werden wir schnell müde, verlieren leicht die Orientierung und irren umher. Sicher ist es deshalb so wichtig, dass wir den Kirchensaal als festen Ort haben, in dem wir uns treffen können und Gottesdienste feiern. Es ist ein Zufluchtsort, der tagsüber offensteht und in den wir immer gehen können, um zu beten, zu singen und zu reden.
Im Leben der Gemeinde ist es aber auch wichtig, dass wir überlegen, welche Versammlungsformen gut sind und welche wir erneuern müssen. Da gilt es, nicht still zu stehen, sondern Neues zu wagen und auszuprobieren. Mit den Familien und der Jugend sind wir im Gespräch, wie Gottesdienste moderner werden können. Manche sichtbaren Veränderungen gibt es hier schon im Saal. Da hängen Beamer und ermöglichen so, neue, moderne Lieder für alle gleichermaßen einzuführen. Es gibt eine Jugendband, die in besonderen Gottesdiensten zum Einsatz kommt. Oder aber die Bänke werden zu Familiengottesdiensten umgestellt. Und noch viel mehr ist möglich. So bringt sich jede Generation mit ihren Ideen ein. Das hält die Gemeinde lebendig.
Bei allen Überlegungen zu Veränderungen spielt die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus die zentrale Rolle. Wo sein Wort durch Musik und Gebete im Mittelpunkt stehen, da wird es eine Zukunft des lebendigen Glaubens geben. Da werden junge und reifere Menschen Halt und Hilfe erfahren und geistlich auftanken können. Es braucht geistliche Orte des Auftankens. Unser Saal ist so ein Ort, wo Menschen im Namen Jesu zusammenkommen. Hier kann das Herz im Glauben fest werden – so wie es Paulus schreibt und Früchte tragen.
So lasst uns mit ganzem Herzen und mit ganzer Liebe vor Gott treten und ihm danken für alles, was wir in diesem Jahr erlebt und durchlebt haben. Er war von Anfang an da, er ist jetzt unter uns und er bleibt auch in Zukunft die Konstante in unserem Leben und im Leben der Gemeinde. Er hält uns in seiner Hand und wir können so getrost und gestärkt ins Neue Jahr gehen. Amen
Gabriele von Dressler
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