Offenbarung 21,5
Diese Predigt zum Ausdrucken
Liebe Gemeinde,
wir sind im neuen Jahr angekommen. Aber wie geht es uns? Haben wir die Sorgen vom letzten Jahr mit im Gepäck? Oder versuchen wir einen wirklichen Neuanfang? Doch wie soll der aussehen? Gibt es da eine Absicherung für uns? Was wird sich alles ändern und was bleibt? Es gibt Menschen, die würden gern alles absichern – zur Freude der Versicherungen. Wir können viel über Versicherungen abwickeln, aber im Schadensfall gilt das Kleingedruckte, welches meistens lautet: Dieser Fall ist nicht in Ihrer Versicherung enthalten. Das kennen sicher viele von uns. Wir haben aber schon längst eine Versicherung für unser Leben – die Taufe. In der Taufe hat Gott einen Bund fürs Leben mit uns geschlossen. Wenn wir uns daran erinnern, dann können wir daraus Kraft und Zuversicht schöpfen.
Der Predigttext heute steht im letzten Buch der Bibel – in der Offenbarung. Ich lese im 21. Kapitel die Verse 1-7.
Das neue Jerusalem 1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! 6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Sofort bin ich erinnert an die Jahreslosung 2018 – sie lautete: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Sie stand in der Offenbarung 21,6. Und acht Jahre später finden wir die neue Jahreslosung auch in der Offenbarung, einen Vers weiter. Der Seher Johannes spricht von dem himmlischen Jerusalem und malt es uns in Bildern vor Augen. Und was er da malt, ist ein großes Hoffnungsbild, das wir in das ganz neu begonnene Jahr mitnehmen können.
Da ist am Anfang die Rede von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. Das klingt unvorstellbar. Ich habe in den Tagen nach Weihnachten mit unserer großen Enkeltochter Gotje – sie ist 6 Jahre alt, ein Buch über das All gelesen. Es heißt: Kekskrümel im All. Darin ging es um die Frage: Wie groß ist die Unendlichkeit. Ein Vater erklärte jeden Abend seiner Tochter die Planeten und Galaxien. Am Ende konnte der Vater, der Astrophysiker ist, seiner Tochter nicht alle Fragen beantworten. Denn es ist längst nicht alles im All erforscht. Das Buch war spannend.
Und wenn unsere derzeitige Welt nicht bis ins Kleinste erforscht und erklärbar ist, wie wird dann der neue Himmel und die neue Erde sein? Darüber haben sich schon viele Menschen Gedanken gemacht und auch wir versuchen, es uns vorzustellen. Aber unsere Phantasie bleibt unvollendet. Was wir dann sehen werden, das wissen wir nicht.
Danach spricht Johannes vom neuen Jerusalem und von Braut und Bräutigam. Dieses Bild ist auch ein Stück in unserem Kirchensaal hineingenommen worden. Der weiße Saal und die Menschen darin, das ist die Braut, die auf den Bräutigam – Jesus Christus – wartet und sich auf ihn freut. In jedem Abendmahl singen wir davon am Ende.
Weiter malt Johannes sein Bild. Da ist ein Thron, auf dem Gott sitzt und eine Hütte, die bei den Menschen ist. Gott ist mitten unter uns. Seine Menschwerdung haben wir vor einigen Tagen gefeiert und es ist das größte Wunder, welches geschehen ist. Gott ist uns ganz nah gekommen in Jesus und hat die Gestalt eines Menschen angenommen. Er hat mitten unter ihnen gelebt und sie begleitet. Und er ist auch heute hier mitten unter uns.
Johannes zeichnet weiter: Alle Tränen werden abgewischt und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei.
Das ist unvorstellbar für mich. Jeden Abend, wenn ich die Nachrichten schaue, dann sehe und höre ich von überall her die Schreie der Kinder, der Mütter und Väter, die verzweifelt sind. Was für Tragödien spielen sich ab. Was machen die Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt alles durch? Welches unfassbare Leid können Menschen anderen Menschen antun? Ich kann es nicht begreifen.
Und dann kommt unsere Jahreslosung: Siehe, ich mache alles neu! Am Ende aller Zeiten wird alles neu werden. Die Offenbarung ist ein Trostbuch für uns. Ein Buch der Hoffnung und der Zuversicht.
Noch leben wir in der Welt, die krank ist und unter den Wunden ächzt und stöhnt. Noch gibt es unzählige Tränen und Traurigkeit. Aber das alles wird einmal zu Ende sein – doch wann? Über diese Frage haben sich auch schon viele den Kopf zerbrochen und Daten festgelegt, die sich aber dann falsch herausgestellt haben. Jesus hat einmal selbst gesagt: Darum wachet! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde, in welcher der Menschensohn kommen wird. Matth. 25,13
Und das ist sicher gut so, dass wir das genaue Datum nicht wissen. Wir sollen uns bereithalten, denn nicht einmal der Menschensohn weiß es, sondern allein der Vater.
Das gibt uns Trost, denn wir alle haben die gleiche Information aus der Bibel. Da steht nicht drin, wann es so werden wird, sondern viel wichtiger: Das alles neu wieder wird. Und das wir darauf vertrauen können, dass Gott da ist.
Als ich in den letzten Tagen durch die Nachbarorte Richtung Rottweil gefahren bin, da hing an einem Haus ein Herz und darauf stand: Gott hat uns nicht vergessen. Dieser kleine Satz macht allen Mut, die an diesem Haus vorbeifahren. Und ich finde die Idee schön, dass es der Hausbesitzer sichtbar angebracht hat.
Gott hat uns nicht vergessen. Seine Verheißung gilt uns allen und sie bleibt bestehen. Soviel sich auch um uns herum ändern mag: Gottes Zusage bleibt.
Aus vielen kleinen Bildszenen des Sehers Johannes ist ein großes Gemälde geworden. Wir gehen auf das himmlische Jerusalem zu und können fröhlich sein.
Denn Gottes Versicherung, immer bei uns zu sein, enthält kein Kleingedrucktes und keine Ausnahmefälle. Darauf können wir uns wirklich verlassen.
Amen
Gabriele von Dressler
KONTAKT
Ev. Kirchengemeinde
Zinzendorfplatz 3
78126 Königsfeld im Schwarzwald
Telefon: 07725 9382-0
E-Mail: gemeindebuero@koenigsfeld.org
